Er ist’s

Die Tage werden länger, der Frühling schickt seine ersten Zeichen: Schneeglöckchen und allererstes Grün lassen uns hoffen, dass auch dieser Winter vergeht…

Frühling läßt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
süße, wohlbekannte Düfte
streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!

Eduard Mörike, schrieb dieses Gedicht um das Jahr 1829. Es ist eines der bekanntesten deutschsprachigen Frühlingsgedichte. Es umfasst zwar nur neun Verszeilen, darin jedoch verbergen sich zahlreiche Feinheiten. Nicht ganz geklärt ist die Metapher des blauen Bandes: Das sanfte Blau könnte für einen aufbrechenden Himmel stehen. Sie könnte aber auch auf einen alten Brauch anspielen: Damals übersandte man Freunden gemalte Bänder, um sie zu grüßen.