Feldeinsamkeit

Ich ruhe still im hohen grünen Gras
Und sende lange meinen Blick nach oben,
Von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlaß,
Von Himmelsbläue wundersam umwoben.

Und schöne weiße Wolken ziehn dahin
Durchs tiefe Blau wie schöne stille Träume;
Mir ist, als ob ich längst gestorben bin
Und ziehe selig mit durch ewge Räume.

Hermann Ludwig Allmers (1821-1902) war ein Dichter der Spätromantik und vor allem in seiner nordwestdeutschen Heimat bekannt.

Allmers ist der Dichter des bekannten Studentenlieds „Dort Saaleck, hier die Rudelsburg“ (1846). Auf Wanderschaft mit Studenten aus Jena und Halle (Saale) inspirierte ihn die reizvolle Lage der Ruine auf einem Felsen über der Saale. Das Lied wurde später zum Erkennungslied der Corpsstudenten, deren jährlicher Treffpunkt die Rudelsburg war.

Zwei Gedichte von Allmers wurden von Johannes Brahms vertont: Feldeinsamkeit (op. 86 Nr. 2) und Spätherbst (op. 92 Nr. 2).